My body a stranger that protects me that kills me

Datum/Zeit
Date(s) - 18. Dezember 2022
20:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Kleines Haus

Kategorien


Der Körper ist ein Gefängnis oder ein Gott. Es gibt keine Mitte. Oder aber: die Mitte ist Gehacktes, Anatomie, Geschältes, doch nichts von alldem macht einen Körper aus. Der Körper ist ein Leichnam oder er ist glorreich.
Jean-Luc Nancy

Das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper steht unter einer permanenten Spannung: Ich bin mein Körper und ich habe einen Körper. Im Körper-Haben scheinen wir über ihn zu verfügen – als mächtiges Medium, als Werkzeug und Bild, das sich aber auch von uns entfremden kann. Im Körper-Sein spüren wir unseren lebendigen Leib in der Welt – und sind ihm darin existenziell durch seine Sterblichkeit ausgeliefert. Ausgehend von diesen Doppelseitigkeiten untersucht die kubanische Choreographin Maura Morales die unaufhebbare Zweiheit des Körpers in Grenzerfahrungen und ihre Bedeutung für die Begegnung mit Anderen. In einer rauschhaften Transformation ermächtigen sich vier Tänzerinnen gegen die Objektivierung und Kapitalisierung ihrer weiblich gelesenen Körper, spielen mit dem Verschwimmen von körperlichen Grenzen und setzen die Kraft der Gemeinschaft frei, in der der einzelne, verletzliche Leib zum politischen Gewicht wird.

English version: The relationship humans have to their body is under a permanent tension: I am my body and I have a body. In having a body, we seem to own it at our disposal – as a powerful medium, as a tool and image, but which can also alienate itself from us. In being a body, we feel our living body in the world – and are existentially at its mercy through its mortality. Based on these double-sidednesses, the Cuban choreographer Maura Morales explores the irrevocable duality of the body in extreme experiences and its significance for encounters with others. In an ecstatic transformation, four dancers empower themselves against the objectification and capitalisation of their female read bodies, play with the blurring of bodily boundaries and release the power of community, in which the individual, vulnerable body shows its political weight.

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