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Opiate

Tanzveranstaltung

Opiate in Gießen

Beruhigende Illusionen, Ablenkung, Zerstreuung von Zweifeln, Rauschmittel - unser Leben ist voll von Opiaten, die den Verstand und die Seele betäuben. Sie ermöglichen uns, in der kognitiven Dissonanz einer Welt zu leben, die geprägt ist von Abhängigkeiten und den Kämpfen unseres Egos. Ein Miteinander, durchzogen von Strukturen und Hierarchien, von denen wir zumeist glauben, dass wir ohne sie nicht leben können. Dabei ignorieren wir die Mechanismen von Unterdrückung und Ausbeutung - von uns selbst und anderen. Angesichts dessen sind Opiate ein Sinnbild für die Betäubung von schmerzhaften Emotionen und Wahrheiten, die uns in ihrer Intensität überwältigen würden: Wut, Verlangen, Scham, Trauer. Sie unterdrücken aber auch den Mut für Veränderung, die Möglichkeit von Befreiung und die Vorstellungskraft, die Menschheit außerhalb von Gewalt zu denken.


Luana Rossettis Choreografie konfrontiert uns mit der übermächtigen Kraft von Abhängigkeiten in unserer Koexistenz mit anderen. In einer physisch expressiven und kathartischen Reise begeben sich fünf Tänzer*innen in den immerwährenden Aufprall zwischen Fügung und Freiheitswillen, zwischen unterdrückten Emotionen und Ekstase, zwischen Kontrolle, Hingabe und Widerstand. Es ist eine Reise in psychologische Landschaften auf der Suche nach der Möglichkeit des Loslassens: von dem, was uns belastet; von dem, was wir nicht ändern können; und von dem, was Veränderung bisher unmöglich macht.

Wir empfehlen den Besuch der Vorstellung ab 16 Jahren.

Soothing illusions, distractions, the silencing of doubts, intoxicants — our lives are full of opiates that numb the mind and soul. They enable us to live in the cognitive dissonance of a world shaped by dependencies and the struggles of our ego. It is a coexistence permeated by structures and hierarchies that we mostly believe we cannot live without. In doing so, we ignore the mechanisms of oppression and exploitation â€” of ourselves and others. In light of this, opiates are a symbol for the numbing of painful emotions and truths that overwhelm us in their intensity: anger, desire, shame, grief. But they also suppress the courage for change, the possibility of liberation, and the ability to imagine humankind without violence.
Luana Rossetti's choreography confronts us with the vast forces of dependence in our coexistence. In a physically expressive and cathartic journey, five dancers enter into the perpetual collision between submission and the desire for freedom; between suppressed emotions and ecstasy; between control, surrender, and resistance. It is a journey into psychological landscapes in search of the possibility of letting go: of what burdens us; of what we cannot change; and of what has so far made change impossible.

We recommend that you are at least 16 years old to attend the performance.

Eintritt: 15,50 €