Prinz Friedrich von Homburg fällt aus der Rolle. Wo zu preußischem Hofe Härte und Geradlinigkeit gefordert sind, zeichnet er sich durch Träumerei und Verwirrtheit aus. In der Schlacht von Fehrbellin erteilt der Prinz entgegen der Anweisung seines Kurfürsten den Befehl zum Angriff. Er erzielt, praktisch versehentlich, einen klaren Sieg über die gegnerischen Truppen. Diese Tatsache kann den Kurfürsten jedoch nicht über die begangene Befehlsverweigerung hinwegtrösten, woraufhin der Prinz die Todesstrafe erhält. Auch wenn er sich zunächst nicht in Gefahr sieht, erkennt er bald seine Notlage, fleht voll Todesfurcht um sein Leben – und erlangt so schließlich die Begnadigung. 1809/10 als letztes seiner Dramen verfasst, verhandelte Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ Fragen nach Hörigkeit und Recht in Kriegszeiten, Linientreue und der Grenze von Traum und Realität. Mit unverhohlenem Patriotismus offenbart Kleists Erzählung heute – trotz, oder gerade wegen seines Militär-Chauvinismus – sein tragikomisches Potenzial. Und zeigt am Ende eine Kriegsmaschinerie, die unaufhaltsam weiterläuft und uns heute aktueller denn je gegenübersteht.
Dauer: 2 Stunden 20 Minuten inkl. einer Pause
Eintritt:
Platzgruppe 1: 26,50€
Paltzgruppe 2: 22,50€
Platzgruppe 3: 17,00€
Platzgruppe 4: 8,00€ (Sichtbehindert)